MALIGNES MELANOM

Einleitung

Die Häufigkeit des malignen Melanoms nimmt zu. Es ist der sechsthäufigste bösartige Tumor in der westlichen Welt. Die Prognose wird wesentlich von der Früherkennung bestimmt. Eine familiäre Häufung findet sich bei 7 – 15 % aller Patienten mit einem malignen Melanom, sodass in diesen Familien eine erbliche Ursache anzunehmen ist. An eine erbliche Form des Melanoms ist vor allem bei jungem Erkrankungsalter, syn- und metachronen Melanomen und positiver Familienanamnese zu denken.

Die Diagnose einer erblichen Melanomerkrankung ist unter mehreren Aspekten für den Patienten wichtig:

  • Korrekte Einschätzung des Erkrankungsrisikos auch für assoziierte Tumorrisiken
  • Risikoangepasste Früherkennung
  • Zielgerichtete Therapie, z. B. PARP-Inhibitoren bei BRCA2-assoziierten Tumoren

FAMMM (Familial Atypical Multiple Mole Melanoma Syndrome)​

Bis zu 40 % der erblichen Melanome sind auf Keimbahnmutationen im Gen CDKN2A (cyclin dependent kinase inhibitor 2A oder p16-Gen) zurückzuführen. Bei drei oder mehr Angehörigen mit einem Melanom ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 57 % für eine nachweisbare Mutation im CDKN2A-Gen. Bei nur einem Melanom in der Familie ist die Wahrscheinlichkeit einer CDKN2A-Keimbahn-Mutation 1,2 %.

Veränderungen in weiteren Genen (MC1R, Interleukin 9, Gluthation S Transferase theta 1) sowie die Exposition gegenüber Sonnenlicht können das Risiko, welches sich aus einer CDKN2A- Keimbahnmutation ergibt, modifizieren. Zusätzlich ergibt sich eine Risikoerhöhung für Pankreaskarzinome (kann auch die klinische Primärmanifestation sein) und seltener für Astrozytome.

Neben Mutationen im CDKN2A-Gen können Keimbahnmutationen in den Genen BAP1, MITF, TERT, TERF2IP, TERF2, ACD, und POT1 einer erblichen Melanomneigung zugrunde liegen. Eine genetische Untersuchung der entsprechenden Gene ist aus einer Blutprobe zuverlässig möglich.

Auch komplexe Tumorsyndrome, wie unter anderem das Li-Fraumeni-Syndrom, das Cowden-Syndrom, die Xeroderma pigmentosum und das familiäre Mamma- und Ovarialkarzinom, können zusätzlich zu anderen Tumorrisiken mit einem erhöhten Risiko für ein Melanom assoziiert sein.

Das Erkrankungsrisiko für Melanome bzw. assoziierte Tumorrisiken und somit auch die Vorsorgeempfehlung hängt vom jeweiligen Tumorsyndrom ab.

Das FAMMM wird autosomal dominant vererbt, sodass Kinder eines Betroffenen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % die Mutation und damit die Veranlagung erben.

Deutlich seltener als Mutationen im CDKN2A-Gen sind Veränderungen im CDK4-Gen. Bei Vorliegen einer CDKN2A-Keimbahnmutation ergibt sich ein Risiko von 13 – 58 % für das Auftreten eines Melanoms. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 35 – 45 Jahre.

Veränderungen in weiteren Genen (MC1R, Interleukin 9, Gluthation S Transferase theta 1) sowie die Exposition gegenüber Sonnenlicht können das Risiko, welches sich aus einer CDKN2A-Keimbahnmutation ergibt, modifizieren. Zusätzlich ergibt sich eine Risikoerhöhung für Pankreaskarzinome (kann auch die klinische Primärmanifestation sein) und seltener für Astrozytome.

Neben Mutationen im CDKN2A-Gen können Keimbahnmutationen in den Genen BAP1, MITF, TERT, TERF2IP, TERF2, ACD, und POT1 einer erblichen Melanomneigung zugrunde liegen. Eine genetische Untersuchung der entsprechenden Gene ist aus einer Blutprobe zuverlässig möglich.

Auch komplexe Tumorsyndrome, wie unter anderem das Li-Fraumeni-Syndrom, das Cowden-Syndrom, die Xeroderma pigmentosum und das familiäre Mamma- und Ovarialkarzinom, können zusätzlich zu anderen Tumorrisiken mit einem erhöhten Risiko für ein Melanom assoziiert sein.

Das Erkrankungsrisiko für Melanome bzw. assoziierte Tumorrisiken und somit auch die Vorsorgeempfehlung hängt vom jeweiligen Tumorsyndrom ab.

Autor: Klinische Kompetenzgruppe Onkologie

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